Was ein gemeinsamer Kalender getrennten Eltern bringt
Wenn Kinder in zwei Haushalten leben, betreffen viele Termine beide Eltern: die Übergabe am Freitag, der Elternabend, der Zahnarzt, das Fussballturnier am Samstag, die Sommerferien. Führt jeder seinen eigenen Kalender, gehen Absprachen in Chatverläufen unter. Ein gemeinsamer Kalender macht aus solchen Absprachen einen Eintrag, den beide sehen.
- Weniger Nachrichten: Wer wann die Kinder hat, steht im Kalender und muss nicht jede Woche neu geklärt werden.
- Klare Fakten: Zeit, Ort und was mitkommt stehen beim Termin. Das nimmt vielen Übergaben die Spannung, weil niemand etwas aus dem Gedächtnis wissen muss.
- Planbarkeit für die Kinder: Auch Kinder wollen wissen, wo sie am Wochenende sind. Jugendliche ab 13 Jahren sehen den Plan mit einem eigenen Konto selbst.
- Ordnung im Patchwork: In Patchworkfamilien planen oft drei oder vier Erwachsene mit. Wenn alle Beteiligten dieselben Termine sehen, wird dasselbe Wochenende nicht doppelt verplant.
So sieht ein Betreuungsplan im Kalender aus
Der Betreuungsplan legt fest, wann die Kinder bei wem sind. Die Begriffe unterscheiden sich je nach Land: Teilen sich beide Eltern die Betreuung, spricht man in der Schweiz von alternierender Obhut, in Deutschland vom Wechselmodell und in Österreich von der Doppelresidenz. Für den Kalender zählt vor allem eines: wann die Übergaben stattfinden.
| Modell | So tragt ihr es ein |
|---|---|
| Jedes zweite Wochenende | Zwei Termine, die sich alle zwei Wochen wiederholen: die Übergabe am Freitag nach der Schule und die Rückgabe am Sonntagabend. Ein fester Abend unter der Woche, etwa der Mittwoch, wird ein eigener wöchentlicher Termin. |
| Woche um Woche | Die Kinder wechseln jede Woche, zum Beispiel am Montag nach der Schule. Dafür zwei Übergabetermine, beide alle zwei Wochen und um eine Woche versetzt: einer zum Vater, einer zur Mutter. |
| Feste Wochentage | Etwa Montag bis Mittwoch bei der Mutter und Donnerstag bis Sonntag beim Vater. Zwei wöchentliche Termine genügen: die Übergabe am Donnerstag und die am Montag. |
| Ferien und Feiertage | Jede Ferienwoche als ein Termin über mehrere Tage, mit dem Namen des Elternteils im Titel. Feiertage, die jedes Jahr wechseln, etwa Weihnachten, tragt ihr gleich für die nächsten zwei Jahre ein. |
Damit ihr die Ferien nicht von Hand abschreiben müsst, holt JH FamilySync die Schulferien und Feiertage eures Kantons oder eures Bundeslands in den Kalender. Welche Daten es gibt, steht unter Schulferien und Feiertage je Kanton.
Tipps für entspannte Übergaben
Bei den Übergaben treffen getrennte Eltern aufeinander, und dort knirscht es am ehesten. Klare Abmachungen im Kalender helfen, dass es in diesen Minuten um die Kinder geht und nicht um Organisatorisches.
- Ort und Zeit festhalten: Schreibt beim Termin unter Ort / Adresse auf, wo die Übergabe stattfindet, und haltet euch an die Uhrzeit.
- Notieren, was mitkommt: Turnsack, Medikamente, Hausaufgaben oder das Lieblingsplüschtier gehören in die Bemerkungen des Termins. So muss niemand an der Haustür nachfragen.
- Änderungen in den Kalender, nicht nur in den Chat: Wird ein einzelnes Wochenende getauscht, löscht bei einer Serie nur diesen Tag und tragt den Tausch als eigenen Termin ein. Bei einem geteilten Termin geht das nicht, dort ändert jede Bearbeitung die ganze Serie für beide Familien. Eine Nachricht ist schnell vergessen, der Kalender bleibt.
- Übergaben über Schule oder Kita: Holt ein Elternteil die Kinder am Freitag direkt von der Schule ab und bringt sie am Montag wieder hin, entfällt die Begegnung an der Haustür.
- Sachlich bleiben: Der Kalender ist für Fakten da. Vorwürfe haben in Titeln und Bemerkungen nichts verloren; dafür gibt es das Gespräch.
- Die Kinder einbeziehen: Zeigt älteren Kindern den Plan und fragt nach ihren Wünschen, etwa wenn ein Geburtstagsfest bei Freunden oder ein Training auf ein Übergabewochenende fällt.
Zwei Wege in JH FamilySync
In JH FamilySync gehört jedes Konto zu genau einer Familie. Für getrennte Eltern gibt es deshalb zwei Wege. Sie unterscheiden sich darin, wie viel die beiden Haushalte voneinander sehen.
Weg 1: eine gemeinsame Familie
Beide Elternteile sind Mitglieder derselben Familie, dazu Jugendliche ab 13 Jahren mit eigenem Konto. Alle sehen denselben Kalender, alle können Termine eintragen, und mit Zum Admin ernennen verwalten beide Eltern die Familie gleichberechtigt. Das passt, wenn ihr gut zusammenarbeitet und für euren eigenen Haushalt keinen getrennten Kalender braucht. Gratis plant ihr mit bis zu vier Familienmitgliedern. Mit Premium legt ihr unter Eigene Kalender zusätzlich einen Kalender „Betreuung“ Für die ganze Familie an und haltet die Übergaben so vom übrigen Familienkalender getrennt.
Weg 2: zwei verknüpfte Familien
Jeder Haushalt ist in der App eine eigene Familie, auch mit einer neuen Partnerin, einem neuen Partner oder weiteren Kindern. Die beiden Familien verknüpft ihr als befreundete Familien. Danach teilt ihr einzelne Termine, etwa die Übergaben, den Elternabend oder die Ferienplanung. Der übrige Kalender, eure Listen und Kontakte bleiben in eurer Familie.
- Code erzeugen
Ein Admin des einen Haushalts öffnet den Tab Familie, geht ganz nach unten zu Befreundete Familien und tippt auf Familie einladen. Unter Code teilen steht ein Code, der mit FAM- beginnt. Er gilt 48 Stunden und lässt sich einmal einlösen.
- Code eingeben
Ein Admin des anderen Haushalts tippt dort ebenfalls auf Familie einladen, wählt Code eingeben und schickt mit Anfrage senden die Anfrage ab.
- Anfrage annehmen
Die Anfrage erscheint beim ersten Haushalt unter Befreundete Familien. Mit Annehmen ist die Verknüpfung aktiv.
- Termin teilen
Legt ein Admin einen neuen Termin an, erscheint jetzt das Feld Mit befreundeter Familie teilen. Wählt dort die andere Familie aus. Der Termin steht danach auch in ihrem Kalender, und ihre Mitglieder bekommen eine Mitteilung.
- Antworten und anpassen
Der andere Haushalt antwortet mit Zusagen oder Absagen und kann den Termin über Bearbeiten anpassen. Der Verlauf zeigt, wer aus welcher Familie etwas geändert hat.
Auch geteilte Termine lassen sich wiederholen. Für das Besuchswochenende wählst du bei Wiederholen die Option Individuell … und stellst unter Wiederholen alle zwei Wochen ein, unter Wiederholen am den Freitag. Wer bei einem Termin aus eurer Familie dabei ist, wählst du wie gewohnt aus; diese Auswahl sieht die andere Familie nicht.
Für die Geburtstage beider Familienseiten eignet sich der Geburtstagskalender für die Familie. Arbeitet ein Elternteil in Schichten, hilft die Seite über Schichtarbeit im Familienkalender.
Häufige Fragen
Sieht der andere Elternteil meinen ganzen Kalender?
Das hängt vom Weg ab. In einer gemeinsamen Familie sehen alle Mitglieder alle Termine der Familie. Bei zwei verknüpften Familien sieht die andere Familie nur die Termine, die ihr ausdrücklich mit ihr teilt; euer übriger Kalender, eure Listen und Kontakte bleiben bei euch.
Brauchen wir dafür Premium?
Eine gemeinsame Familie ist gratis bis vier Mitglieder. Für zwei verknüpfte Familien braucht beim Verknüpfen jeder Haushalt Premium: CHF 2.00 im Monat oder CHF 20 im Jahr für die ganze Familie, in Deutschland und Österreich rechnen die Stores in Euro ab. Sieben Tage lassen sich gratis testen. Termine, die mit euch geteilt wurden, seht und beantwortet ihr auch ohne Premium.
Kann der andere Haushalt einen geteilten Termin ändern?
Ja. Beide Familien können Titel, Datum, Uhrzeit, Ort und Bemerkungen eines geteilten Termins bearbeiten, und der Verlauf zeigt, wer aus welcher Familie was geändert hat. Löschen kann ihn nur ein Admin der Familie, die ihn angelegt hat.
Können unsere Kinder den Kalender selbst sehen?
Ja, ab 13 Jahren mit einem eigenen Konto, unter 16 Jahren mit dem Einverständnis der Eltern. Ein Konto gehört zu genau einer Familie. Bei zwei verknüpften Familien ist ein Kind also Mitglied in einem der beiden Haushalte und sieht dort auch die geteilten Termine.
Hilft mir JH FamilySync bei rechtlichen Fragen zur Obhut?
Nein. Die App bildet ab, was ihr vereinbart habt, und ersetzt keine Beratung. Bei Fragen zu Obhut, Besuchsrecht oder Unterhalt helfen Beratungsstellen für Familien, eine Mediation oder eine Fachperson für Familienrecht.
